ÜBER DEN AUTOR UND DAS BUCH

Zeng Mi

Geboren 1935 in Fuzhou in SĂŒdwestchina
Lehrt heute als Professor an der Zhejiang Kunstakademie i n Hangzhou

Seine Ausdruckskraft entstand aus der Synthese der traditionellen chinesischen Tuschemalerei und dem europĂ€ischen Expressionismus des neunzehnten bzw. zwanzigsten Jahrhunderts. Sein Buch “Chinesischer Tuschermaler der Gegenwartâ€?  aus unserem Verlagsprogramm erhĂ€ltlich.

  

Die einzigartige Tuschemalerei von Zeng Mi
Einem modernen Literatenmaler

Von Lars Berglund

Seit  dem Beginn der achtziger Jahre hat die chinesische Malerei eine der stĂŒrmischsten, aber auch schöpferischsten Perioden in ihrer langen ( Geschichte durchlaufen. Im Zuge der rasch anwachsenden Kontakte mit der

Moderne des Westens wurden traditionelle Werte in Frage gestellt. Gleichzeitig erfolgte eine verstĂ€rkte Zuwendung zu diesen Werten. Nach chinesischer Kunstauffassung sind Konzept und AusfĂŒhrung grundsĂ€tzlich wichtiger als die Frage nach Tradition oder Moderne. Die Themenwahl ist vontiefer metaphorischer Bedeutung, da Form und Inhalt in der klassischen Kunsttradition Chinas untrennbare GegenstĂ€nde sind. Das ist ein wichtiger Punkt bei der Bewertung der chinesischen Tuschemalerei.

Zeng Mi, Maler, Kalligraph und Kunsttheoretiker, ragt heraus als einer der bedeutendsten Vertreter des freien expressionistischen Stils (xie-yi) der chinesischen Tuschemalerei. Die meisten seiner Werke gehören gegenwĂ€rtig zum sog. »da xie-yi«, dem großen expressionistischen Stil, dem wohl fortschrittlichsten und am höchsten geschĂ€tzten Malstil in Ostasien. Seine ganz eigenstĂ€ndige Pinseltechnik (bimo) und die große Breite seiner Ausdrucksmöglichkeiten ziehen in China und im Ausland eine wachsende Zahl von Bewunderern an.

Der chinesischen Tuschemalerei des xie-yi Stils steht im Westen nichts Vergleichbares gegenĂŒber. Der Ausdruck steht fĂŒr das Zusammenwirken von Schreiben (xie) und schöpferischem Entwurf (yi), d.h.- von Ă€ußeren und inneren Elementen, die das Doppelwort xie-yi, »die Idee niederschreiben«, bilden. Der Begriff weist daraufhin, daß das Konzept der AusfĂŒhrung vo. ausgeht, und daß das Malen selbst mit der SpontaneitĂ€t und Unmittelbarkeit einer kalligraphischen GebĂ€rde durchgefĂŒhrt wird. Ich bezeichne xie-y gern als »konzeptionelle kalligraphische Lyrik«, um es von westlicher Malerei zu unterscheiden.

Der ganz wesentliche, bildhafte Charakter von Zeng Mis xie-yi findet sich in seiner sehr persönlichen Pinseltechnik in vielgestaltigen Linien, Punkten und TuscheflĂ€chen von tiefem Schwarz bis zum hellsten Grau, oft verbunden mit intensiven Farben von ungewöhnlicher Leuchtkraft. Solche kĂŒnstlerischen OualitĂ€ten werden in dem Ausdruck »bimo« zusammengefaßt und im allgemeinen als »Pinseltechnik« ĂŒbersetzt. Eine bessere Deutung wĂ€re allerdings »Pinselstrich und Tuschkomplexe« oder »Spuren vor Pinsel und Tusche«. Bimo umfaßt Linien, Punkte und Tuschschattierungen in ihrem ganzen Ausdrucksreichtum und zeigt, daß es auf jeden Fall wichtiger ist, wie man malt, als was man malt.

Der ungewöhnliche Rang von Zeng Mis bimo zeigt sich sehr gut in der einfarbigen Darstellung der »Drei Freunde im Winter«: Bambus, Kiefer und PflaumenblĂŒte (Abb. 13). Keine dieser Arbeiten sollte als realistische Darstellung einer speziellen Gattung betrachtet werden, sondern vielmehr als kĂŒnstlerische Konzeption, durch die der KĂŒnstler Idealbilder von Geistesbeschaffenheit oder Geisteszustand hervorgebracht hat als ermutigende Symbole fĂŒr menschliches Verhalten und menschliche IntegritĂ€t.

 

 

 

Ausstellungen

  • u.a. im Guggenheim Museum
     New York und Bilbao
  • Malmö
  • Hongkong Museum of Arts
  • Singapore Art Museum
  • Britisch Museum London
  • Museum fĂŒr ostasiatische Kunst, Köln
     
  • Und weiter Ausstellungen u.a. in
  • Bejing,
  • Vancouver
  • MĂŒnchen,
  • Paris
  •  

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    ZENG MI
    Chinesischer Tuschemaler der Gegenwart

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