Die Vorstellung von Zeit

Wir stellen uns die Zeit in drei Stufen vor: der Vergangenheit ist all das zugeordnet, was gewesen und somit bereits vorüber ist; die Zukunft beinhaltet das, was auf uns zukommen wird. Dazwischen spielt sich die Gegenwart ab, diejenige Zeit, die wir gerade erleben.

Die Fremdsprachen, die wir in der Schule lernen - einschließlich die alten Sprachen Griechisch und Latein - differenzieren in einigen Zeitstufen z.T. noch feiner: so gibt es mehrere Möglichkeiten für Futur oder Vergangenheit.

In der Grammatik des Modernhebräischen ist die Handhabung der Zeitformen vergleichsweise einfach: für jede der drei Zeitstufen steht eine Ausdrucksmöglichkeit zur Verfügung.

Die modernhebräische Grammatik kennt drei Zeitstufen:

Gegenwart (Präsens)
Vergangenheit (Perfekt)
Zukunft (Futur)

er hat geschrieben
er schreibt
er wird schreiben

Die Bildung der Zeiten

Die Verbformen

Das Verb hat in jeder der drei Zeitstufen typische Kennzeichen:

  • Die Bildung der Präsensformen geschieht mithilfe des Partizips der Gegenwart (Aktivpartizip) und dem Personalpronomen.
  • Zur Bildung der Verbform der Vergangenheit werden Personalendungen an die Verbwurzel angehängt.
  • Die Futurformen des Verbs werden gebildet durch Voranstellen von Personalpräfixen an den Verbstamm.

In den beiden Zeitstufen Vergangenheit und Zukunft gibt es folglich jeweils ein Set von Endungen bzw. Vorsilben, die für alle regelmäßigen Verben gelten.

Zeitformen

Gegenwart:
Partizip + Personalpronomen

Vergangenheit:
Wurzel + Personalendung

Zukunft:
Verbstamm + Personalpräfix

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Die Verbformen der Gegenwart (Präsens)

Die Bildung der Präsensformen wurde im Zusammenhang mit dem Verb erläutert. Sie werden gebildet mit dem Partizip der Gegenwart:

Im Bibel-Hebräischen gab es noch keine Verbformen für die gerade ablaufende Zeit, die wir Präsens nennen. Die beiden Zeitformen des Verbs waren Imperfekt und Perfekt. Eine abgeschlossene Handlung wurde mit dem Perfekt ausgedrückt. Dies entspricht im Modernhebräischen dem 'AWAR / Vergangenheit. Sollte eine Handlung als noch nicht abgeschlossen gekennzeichnet werden, so stand das Verb im Imperfekt. Dies entspricht im Modernhebräischen den Verbformen des Futur.
(kotew) schreibend
Zur Markierung der Person werden dieser Verbform Personalpronomen vorangestellt:
('ani kotew) ich schreibe
Ebenso erhält sie Endungen für Feminin Singular sowie für Maskulin und Feminin Plural. Die Form des Maskulin Singular hat keine Endung.
Verb
Die Verbformen der Vergangenheit (Imperfekt / Perfekt)

Die Verbformen der Vergangenheit kommen zustande durch Anfügen einer verkürzten Form des Personalpronomens an den dritten Konsonanten der Verbwurzel.


Ein vollständiges Verb ohne Abweichungen hat drei Wurzelkonsonanten. Es gibt auch Verben mit vier und ganz selten solche mit fünf Wurzelkonsonanten. Die Bildung der Verbformen der Vergangenheit bleibt bei allen diesselbe: Anhängen der verkürzten Form des Personalpronomens an den jeweils letzten Wurzelkonsonanten.

Die Wurzel ist kein Wort, da sie ja nur aus drei Konsonanten besteht. Ein Wort muss aber zumindest einen Vokal enthalten, um aussprechbar zu sein.

Das Vokalmuster der Vergangenheit ist relativ konstant, so dass auch ein Ungeübter das Verb aus einem gesprochenen Satz heraushören kann. Voraussetzung dazu ist, dass man das Wort kennt.

Der Punkt im KAF ist ein MAPIK und bewirkt, dass KAF wie k, nicht wie ch gesprochen wird.

Dies ist das Symbol einer Wurzel mit drei Konsonanten.

Hier sind die Wurzelkonsonanten des Verbs (lichtow)/schreiben in die Platzhalter eingefügt.

Jetzt ist die Wurzel so vokalisiert, wie sie in den Formen der Vergangenheit ausgesprochen wird: (kataw).

Vokalisierte Konsonanten der Verbwurzel mit der verkürzten Form des Personalpronomens der ersten Person Singular:

(katawti) ich schrieb

Paradigma
Singular
(katawti)
ich habe geschrieben
(katawta)
du hast geschrieben
(katawta)
du hast geschrieben
(kataw)
er hat geschrieben
(katwa)
sie hat geschrieben
Plural (katawnu)
wir haben geschrieben
(ktawtem)
ihr habt geschrieben
(ktawten)
ihr habt geschrieben
(katwu)
sie haben geschrieben
Die Verbformen der Zukunft (Futur)

Die Verbformen der Zukunft werden mithilfe des Verbstamms durch Anfügen einer verkürzten Form des Personalpronomens an den ersten Konsonanten der Verbwurzel gebildet.


Auch der Infinitiv (Grundform) wird mit dem Verbstamm gebildet durch Voranstellen der Partikel LAMED an den ersten Wurzelkonsonanten. LAMED ist im Hebräischen der Infinitiv-Marker:

Folgende Verbformen des Futur haben zusätzlich zum Personalpräfix eine Endung:

  • 3. Person Singular Feminin
  • 2. und 3. Person Plural
Im Plural sind die Formen für Maskulin und Feminin dieselben.
Das Symbol einer Wurzel mit drei Konsonanten.

Die Wurzelkonsonanten des Verbs (lichtow)/schreiben in die Platzhalter eingefügt.

Dieses ist der Verbstamm von (lichtow) schreiben: (ktow). Der Stamm hat zwischen dem zweiten und dritten Wurzelkonsonanten ein WAW.

Dies ist die Futurform der ersten Person Singular für Maskulin und Feminin.
Paradigma
Singular
('echtow)
ich werde schreiben
(tichtow)
du wirst schreiben
(tichtewi)
du wirst schreiben
(jichtow)
er wird schreiben
(tichtow)
sie wird schreiben
Plural (nichtow)
wir werden schreiben
(tichtwu)
ihr werdet schreiben
(jichtwu)
sie werden schreiben
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