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| Vokal ist der Fachausdruck für "Selbstlaut". Im Gegensatz zum Konsonanten, dem "Mitlaut", kann der Selbstlaut ohne weitere Hilfe artikuliert werden: a-e-i-o-u, und im Deutschen die Umlaute ä-ö-ü. Ein Konsonant hingegen kann ohne Fremdhilfe kaum deutlich artikuliert werden: wenn wir ein isoliert stehendes f aussprechen, z.B. im Alphabet, setzen wir den Vokal e davor: (ef). Viele Konsonanten werden auf diese Weise artikuliert: m (em), s (es), r (er), etc. Bei anderen wird ein e angehängt: p (pe), t (te), bei wenigen folgt sogar auf den Vokal ein Konsonant: z (zet), j (jot). |
Die indoeuropäischen sowie viele andere Sprachen haben für Konsonanten und Vokale Buchstabenzeichen, die im Alphabet eine gültige Anordnung gefunden haben. |
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| a e i o u |
Vokale |
| b c d f g h j k l m n p q r s t v w x y z |
Konsonanten |
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Das Hebräische hatte ursprünglich keine Buchstabenzeichen für Vokale. Da folglich alle Buchstaben des hebräischen Alphabets Konsonanten waren, haben die Grammatiker ein Zeichensystem entwickelt, um auch die Vokale zu visualisieren. Außerdem mussten einige Konsonanten, bei denen es verschiedene Artikulationsmöglichkeiten gibt, die verständniserheblich sind, im Schriftbild unterscheidbar gemacht werden. Dies geschah zu einer Zeit, als das Hebräische nicht mehr gesprochen wurde und somit das Wissen um die Aussprache verlorenzugehen drohte.
| Die hebräischen Konsonanten |
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Einige Konsonanten sind von den hebräischen Grammatikern, die das Vokalsystem entwickelt haben, dazu bestimmt worden, als Stellvertreter für Vokale zu dienen (MATRES LECTIONIS = Lesehilfen). |
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Die jeweiligen Vokalzeichen werden unter oder über denjenigen Konsonanten platziert, nach welchen sie ausgesprochen werden. Man kann sich das folgendermaßen vorstellen:
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Der hellgrüne Bereich ist der Platzhalter für einen beliebigen Konsonanten im Wort. Der dunkelgrüne Rand beherbergt die Vokalzeichen, die oberhalb oder unterhalb angeordnet werden.
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Der Konsonant MEM wird hier mit SEGOL vokalisiert, d.h. mit einem kurzen e. |

(melech)/König
Das Wort (melech)/König hat zwei Vokalzeichen. MEM und LAMED sind mit SEGOL vokalisiert, d.h. zwei kurze e. KAF SOFIT hat ein SCHWA, d.h. es folgt kein Vokal. SCHWA im SCHLUSS-KAF hat seinen Platz ausnahmsweise direkt im Buchstaben.

(kikar)/Platz
Das Wort (kikar)/Platz hat nach dem ersten Konsonanten ein CHIREK, nach dem zweiten ein KAMATS. Der letzte Konsonant hat keinen Vokal. Die Punkte in den Konsonanten KAF sind Artikulationszeichen.
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Zeichen am Text:
Vokalzeichen zeigen die jeweilige Qualität und Quantität der Vokale an.
Artikulationszeichen indizieren eine bestimmte Aussprache.
Betonungszeichen regeln die Verteilung der Wortakzente.
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PATACH: kurzes a |
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KAMATS: langes a |
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SEGOL: kurzes e |
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TSERE: langes e |
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CHIREK: kurzes i |
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CHIREK MALE: langes i |
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CHOLAM: langes o |
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KAMATS KATAN: kurzes o |
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CHOLAM MALE: sehr langes o |
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KUBBUTS: kurzes u |
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SCHURUK: langes u |
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Ein Konsonant, dem kein Vokal folgt, erhält ein SCHWA. Am Wortende entfällt SCHWA meist. |
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Die Vokale a, e und o können mit einem SCHWA kombiniert sein und werden somit sehr kurz artikuliert: |
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CHATAF KAMATS: o |
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CHATAF PATACH: a |
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CHATAF SEGOL: e |
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| Die frühen Zeugnisse in hebräischer Sprache, die auf uns gekommen sind, sind nur in Konsonanten ohne weitere Zeichen geschrieben. Gegen Ende der Zeit des "ersten Tempels" gingen die Schreiber allmählich dazu über, für langes i und e ein JOD und für langes o und u ein WAW in die Wörter einzufügen. Dies waren die ersten Lesezeichen. Der Gebrauch dieser Zeichen war aber, wie aus den verschiedenen Handschriften ersichtlich ist, noch sehr inkonsequent und uneinheitlich. Vom Ende der Talmudischen Zeit an, ca. 500 unserer Zeitrechnung, entwickelte sich eine Methode, jeden Vokal mit einem bestimmten Zeichen zu versehen. In diesem Stadium der Entwicklung entstanden verschiedene Schulen, die in ihren Bemühungen um ein klares und eindeutiges System der Vokalisierung zu verschiedenen Ergebnissen gelangten. |
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Schließlich hat sich das Vokalisierungssystem der Massoretenschule von Tiberias durchgesetzt, das seit dem 8. Jh. unserer Zeitrechnung erarbeitet und festgelegt worden ist. Jeder der Vokale hat nun ein eigenes Zeichen. Die gedruckten Bibeln benutzten alle dieses tiberianische Vokalisierungssystem. Vokal- und Betonungszeichen werden also über, in und unter die Konsonanten gesetzt, das bedeutet, dass ein vokalisierter hebräischer Text in drei "Spuren" gesetzt werden musste: ein mittlerer Streifen für die Konsonanten und jeweils darunter und darüber eine weitere Spur für die Zeichen am Text. |
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