Die Bildung der einfachen Verbformen

Das Verb hat in der Zeitstufe der Gegenwart (Präsens) dasselbe Muster für die Endungen wie das Substantiv und das Adjektiv.

Die Verbformen der Gegenwart (Präsens) werden gebildet mit dem Präsenspartizip des Verbs. Daran werden die Endungen für Zahl (Singular oder Plural) und für Geschlecht (Maskulin oder Feminin) angefügt.

Die vier Verbformen heißen dasselbe: sehend.

Hierbei ist Folgendes zu beachten: die Endungen beinhalten jeweils zwei grammatikalische Informationen: sowohl diejenige für das Geschlecht als auch die für die Zahl. So bezeichnet die Endung (-im) z.B. ein maskulines Substantiv im Plural bzw. eine Verbform, die sich auf ein Subjekt im Maskuninum Plural bezieht.

Ein Beispiel für ein anderes Verb, das als Endung im Femininum Singular ein TAW hat:

Die vier Verbformen heißen: schreibend.
 

Die Personen werden im Präsens definiert durch das Personalpronomen (persönliches Fürwort). Die Struktur ich schreibe besteht aus dem Personalpronomen ich und der Verbform des Partizips der Gegenwart (Präsens): schreibend. Aus dieser Struktur ist ersichtlich, dass es sich um die Zeitstufe der Gegenwart handelt:

('ani kotew) ich schreibe

Diese Struktur signalisiert dem Adressaten, dass es sich um eine Aktivität in der Gegenwart handelt. Wörtlich übersetzt heißt das Hebräische hier: ich (bin) schreibend. Das Hebräische hat keine Möglichkeit, eine Präsensform so zu bilden, dass sie der deutschen Konstruktion exakt entspricht. Eine wörtliche Übersetzung ist hier also nicht möglich.

Die Verbform (kotew) hat keine Endung.

Die Verbform (kotew)/schreibend beinhaltet also zwei grammatikalische Informationen, nämlich: Maskulinum + Singular. Die deutsche Verbform schreibe hingegen verrät uns nicht, ob es sich um ein männliches oder ein weibliches Wesen handelt, das die Tätigkeit des Schreibens ausführt. Auch im Englischen und Französischen ersehen wir aus den entsprechenden Verbformen nicht, ob das Subjekt ein männliches oder ein weibliches Wesen ist:

 j'écris
 ich schreibe
 I am writing
Diese Feindifferenzierung bei den Verbformen ist eine Eigenheit der semitischen Sprachen.

Die Endungen und deren grammatikalische Information:

Hier das Paradigma der Verbformen der Gegenwart mit den Personalpronomen am Beispiel des Verbs schreiben:

    ('ani kotew)
('ani kotewet)
 ich schreibe
    ('ata kotew)
('at kotewet)
 du schreibst
    (hu kotew)
(hi kotewet)
er schreibt
sie schreibt
    ('anachnu kotwim)
('anachnu kotwot)
 wir schreiben
    ('atem kotwim)
('aten kotwot)
 ihr schreibt
    (hem kotwim)
(hen kotwot)
 sie schreiben
Kovar Verlag

Das Verb